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Maria Anna Marx

Kräuter-/Erlebnispädagogin

Bad Münster am Stein

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Telefon: 0171 4148379



Von den kleinen Elfen

- Ein Märchen von Maria Anna Marx -



Von den kleinen Elfen - Ein Märchen


An einem kalten Winternachmittag herrschte im Land der Elfen recht schlechte Laune. Das ganze Jahr über hatten die Elfen fröhlichen und unschuldigen Unfug auf den blumenreichen Wiesen getrieben. Vom sonnigen Frühjahr bis in den späten ebenso sonnigen Herbst hinein. Meistens taten sie aber nichts anderes, als vergnügt in der Sonne liegen und recht hübsch aussehen. Selten hatte es einen so schönen und langen Sommer gegeben. Voller Lachen und Leichtigkeit. Kein Wunder also, dass sie jetzt froren und jammerten. Zu nass, zu kalt, zu dunkel. Nirgends duftete es, und jeder Gang nach draußen führte zu einer Erkältung. Das Leben war ziemlich unspaßig geworden. Und unspaßig – das passte gar nicht zu den Elfen. 


Während die erwachsenen Elfen vor sich hin schimpften, niesten und schnieften, schlüpften die Kinderelfen unbemerkt hinaus. Aber nicht etwa raus in die Kälte. Nein, sie liefen zur Elfenschule. Ihr denkt jetzt, sie waren ganz begierig auf´s Lernen? Nein, wirklich nicht. Elfenkinder sind nicht anders als Menschenkinder. Freiwillig lernen wollen auch sie meist nicht. Und der Unterricht war ja für heute ohnehin schon vorbei. Aber es gab einen großen Vorratsschrank im großen Klassenzimmer. Und dieser Schrank war voll mit selbst gesammeltem Lernmaterial. Es bestand aus einer riesigen Menge getrockneter Hagebuttenfrüchte. Sie wurden gebraucht, um damit Rechnen zu lernen. Längst aber hatten die kleinen Elfen herausgefunden, dass man mit ihnen genauso gut Ballspiele veranstalten konnte – und – was noch viel mehr Spaß machte: wenn man sie mit einem Stein zerbröselte, kam man an die kleinen weichen Härchen im Inneren, die man dann heimlich den erwachsenen Elfen in die Kleidung mogelte und dann hatte man seinen Spaß daran, dass die Erwachsenen wie wild geworden herumsprangen und sich fragten, was um alles in der Welt denn so scheußlich an ihrem Rücken juckt. 


Es war stets auf Neue das größte Wintervergnügen für die Kinderelfen. Auch heute war ihnen nach diesem Vergnügen zumute. Sie zerbröselten eine ganze Kiste voller getrockneter Hagebutten – was übrigens gar nicht so leicht ist, denn sie sind wirklich hart!. – Aber am Ende lag die ganze Kiste voll mit klein gebröselten Hagebutten und die Kleinen wollten gerade loslaufen um ihren Schabernack zu treiben, als sie merkten, dass sie eigentlich schon ganz müde waren. So müde, dass sie tatsächlich an Ort und Stelle einnickten und dabei in die Kiste mit den zerbröselten Hagebutten fielen. Eine nach der anderen wurde allerdings schon nach kurzer Zeit wieder wach und rieb sich verwundert die Augen. Das hätten sie nicht tun sollen. Denn nun befand sich das Juckpulver in ihren Augen. Und nicht nur dort. Sie waren über und über voll mit Juckpulver und das Geschrei war groß. Aua, tat das weh. Was auch immer sie versuchten, sie machten es nur noch schlimmer. Von ihrem Rumgehopse aber waren die Hagebuttenfrüchte in so klitzekleine Teilchen zerbröselt, dass es am Ende wie feiner Zuckerstaub durch die Luft flog. Zuckerstaub? Unsere kleinen Racker merkten ganz schnell, welch einen überaus köstlichen Staub sie hergestellt hatten. Mithilfe der Siebe, die sonst eigentlich im Hauswirtschaftsunterricht gebraucht wurden, trennten sie die juckenden Härchen vom feinen Zuckerstaub und schaufelten dann so viel Zucker in sich hinein, wie sie nur konnten. Das war aber auch lecker. Auf einmal hörten sie ihre Eltern rufen. Und sie riefen nicht freundlich. Kein Wunder. Waren die Kleinen ja auch inzwischen seit vielen Stunden spurlos verschwunden. Was nun?

Das würde Ärger geben. Die vorwitzigste Elfe hatte aber, wie immer, ganz schnell eine Idee. Wir bringen unseren Eltern von diesem köstlichen Zucker und erzählen ihnen, wie schwierig das Herstellen war und dass es sehr lange gedauert hat. Und wenn sie den Zucker probieren, werden sie uns nicht mehr bestrafen wollen sondern sie werden uns belohnen wollen. Den Vorschlag fanden alle des Ausprobierens wert und eine jede nahm zwei Handvoll Zucker und brachte ihn den Eltern. Noch nicht überzeugt, dass die Kinder die Wahrheit sprechen, probierten sie ganz vorsichtig. Und was soll ich euch sagen: in wenigen Augenblicken schon waren sie so gierig geworden, dass sie gar nicht genug von dem Hagebuttenzucker bekommen konnten. Die Elfenkinder mussten erklären, wie sie den hergestellt hatten. Nun gab´s kein Halten mehr. Die Eltern stürmten den Vorratsschrank der Schule, zerbröselten alle Hagebutten und die gute Laune war wiederhergestellt. Wer einen so derart duftenden Zucker isst, kann nicht mehr schlecht gelaunt sein. Das Merkwürdigste aber war – nach wenigen Tagen hatte nicht mehr eine einzige Elfe eine Erkältung. Alle waren sie gesund. Ja, und wir wissen auch warum das so war. Ob die Elfen wohl herausgefunden haben, dass es an dem vielen Vitamin C lag, welches in den Hagebuttenfrüchten ist? Es ist aber auch nicht wichtig. Denn eines steht fest, ab sofort wird keine Elfe mehr krank, weil sie ununterbrochen den süßen Hagebuttenzucker essen.

Na, neugierig geworden? Das wird Thema einer Kräuterwanderung sein ... bei schönen Wetter probieren wir gemeinsam aus, wie es funktioniert.